Sonntagmorgen, halb elf. Ich liege noch. Und ich bereue nichts.
Auf dem Nachttisch stehen vier Flakons, und jeder davon ist eine schlechte Idee: violett, grün, rot, fuchsia. Gestern Abend war Stolz dran. Praline, Tonkabohne, Sandelholz – ich hatte den Raum betreten, bevor ich den Raum betreten hatte. Keiner hat mich gefragt, was ich beruflich mache.
Heute ist Faulheit dran. Himbeere, Karamell, Vanille, und plötzlich ist Nichtstun keine Schwäche mehr, sondern ein Programm. Kaffee kalt, Handy stumm, Bett gewinnt.
Neid liegt daneben und funkelt. Tuberose und Jasmin, cremig, fast fleischig – den nehme ich, wenn ich weiß, dass sie auch da sein wird. Und Lust, rot wie das Verlangen, Kokos, Praline, Vanille: der bleibt für die Abende, bei denen ich vorher schon weiß, wie sie enden.
Sieben Todsünden gibt es. Vier davon stehen bei mir auf dem Nachttisch – gefertigt in Grasse, komponiert von Geoffrey Nejman, der schon vor dreißig Jahren vor allem eins wollte: anders sein. Man riecht es.
Beichten kann man später. Erst mal aufsprühen.